Bilder im Lockdown

Der Lockdown im Frühjahr 2020 war ein Schock, aber auch ein ‘Runterkommen’. Der sich immer mehr verschärfende Lockdown ab November 2020 nervt. Ich arbeite im produzierenden Gewerbe – für mich gibt es kein Homeoffice. Ich beschließe, die fünf Kilometer zur Arbeitsstelle zu Fuß zu gehen. Zumindest morgens. So bekomme ich ein wenig Tageslicht mit. Im Winter ist das ja so eine Sache mit dem Tageslicht. Frau steht im Dunkeln auf, geht im Morgengrauen zur Arbeit und kommt im Dunkeln in die Wohnung zurück. Das Thema fehlende Bewegung in Lockdownzeiten habe ich mit den laufenden Arbeitswegen gleich mit abgearbeitet.

Das sind nur bedingt schöne Fotos, die ich mache. Ich konzentriere mich auf die vielen, vielen zusammengestellten Outdoorstühle und Tische. Sitzgelegenheiten für das gesellige Zusammensein dürfen nicht sein in diesen Zeiten. Manche Lokale entwickeln mit den Outdoor-Möbeln echte grafische Hingucker, andere bauen halbe Festungen. Wieder andere umwickeln sie mit Plastikplanen, die auf den ersten, schnellen Blick wie Särge aussehen. Und es gibt die vergessenen Möbel, auf die sich nach Monaten ohne Pflege freiwillig niemand mehr setzt.

Als Fußgängerin sind auch die Schaufenster interessant. Manche sind leer. Andere werden wegen Konkurs gerade ausgeräumt. Aber es gibt auch die liebevoll sarkastisch gestalteten Schaufenster. Zu Fuß gehen lohnt sich eben.