KA85 Höfe, Erdgeschosse, Szenen mittendrin

Neuaufbau der Remise im zweiten Hof mit bodentiefen Fenstern

Die Erdgeschossräume werden in der Regel auf jeder Baustelle als letztes fertig. Zusätzlich gab es noch zwei Remisen in den Höfen, deren Dächer zu begehbaren Gärten gestaltet werden sollten. Zudem wurde Hausschwamm in dem fast fertiggestellten Treppenhaus gefunden.

Künstler Adam Tellmeister

Es war Ende 1996 und wir fast fertig mit allen Arbeiten, als MitarbeiterInnen des Denkmalschutzes das Haus besuchten und intensiv begutachteten. Anschließend machte uns die Behörde zur Auflage, die Vorderhaus-Durchfahrt auf Basis des Originalzustands von 1895 zu sanieren. Das ist der Grund, warum diese Durchfahrt jetzt im Stil des späten 19. Jahrhunderts renoviert ist, während die beiden Treppenhäuser von dem Künstler Adam Tellmeister modern gestaltet sind.

Wie die Originalpläne vom 1895 ausweisen, wurden von Beginn an die Erdgeschossräume im Vorderhaus als Gewerbe genutzt. Wo heute das Cafékollektiv Morgenrot zu finden ist, war früher ein Fleischer, der Eisbein, Leberwurst und Fleischsalat verkaufte und jeden Samstag morgen Buletten briet. An den starken Bratgeruch am frühen Morgen können sich alle BesetzerInnen erinnern.
Die Räume des Buchladens „Zur schwankenden Weltkugel“ sind in meinen alten Bauunterlagen als ‚Bestattung‘ bezeichnet.
Heute – 2021 – wohnen von den ehemaligen vierzig HausbesetzerInnen und baulichen SelbsthelferInnen noch zehn in der Kastanienallee 85.

Ein Fotobuch aus der Besetzerzeit und dem Baugeschehen ist in Arbeit. InteressenInnen bitte ich, sich per Mail bei mir zu melden. Noch ein Wort zur Gesichtsverpixelung: Dazu zwingen mich die heutigen Gesetze. Wer sich auf den Bildern wiederfindet und sich gerne unverpixelt sehen möchte, möge sich auch bei mir melden.